Flyer-Tutorial
Begriffe
und Erklärungen
Papierformat
Prinzipiell lassen sich fast alle denkbaren Papiergrößen bedrucken. Beinahe alle Drucksorten werden auf große Bögen gedruckt, die anschließend gefalzt und beschnitten werden. Die Bogengröße ist von der verwendeten Druckmaschine abhängig.
Seitenformat
In Europa haben sich Standardgrößen für das Seitenformat nach der Norm DIN A eingebürgert. Dabei ergibt sich jedes nächst kleinere Format aus dem Halbieren eines größeren. Das Besondere daran ist, dass die Längen- und Seitenverhältnisse bei jedem dieser Formate immer wieder dieselben sind.
A0 = 840 x 1188 mm
A1 = 594 x 840 mm
A2 = 420 x 594 mm
A3 = 297 x 420 mm
A4 = 210 x 297 mm
A5 = 148 x 210 mm
A6 =105 x 148 mm
Hoch- oder Querfomat
Die Ausrichtung der Seite kann hoch oder quer sein. Bei der Angabe der Größe wird mit der ersten Zahl die Breite und mit der zweiten die Höhe angegeben.
Satzspiegel
Auf der Seite von vielen Drucksorten (Bücher, Zeitungen, Hefte etc.) werden Ränder zwischen Text und Blattrand gelassen. Der Haupttext befindet sich dabei in einem gedachten Rechteck, das bezeichnet den Satzspiegel.
Marginalien
Das ist der Text, der seitlich außerhalb des Satzspiegels steht. Der Marginaltext enthält meistens Erklärungen zum Haupttext oder Zitate, Der Marginaltext wird meist in einer anderen Schrift (fett oder kursiv) gesetzt, damit er sich deutlich vom Haupttext abhebt.
Spalten
Wie in Zeitungen oder Zeitschriften zu sehen ist, kann der Text innerhalb des Satzspiegels auch in mehreren Spalten laufen. Diese Aufteilung wird nötig, wenn mehr als ca. 80 Zeichen in eine Zeile passen. Dann geht beim Lesen leicht der Überblick verloren. Bei dem Abstand der Spalten zueinander gehen Sie ungefähr von der Breite aus, die die Buchstaben „mi“ haben.
Zeichen
Früher wurde Schrift mit beweglichen Holzlettern oder Lettern aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung gedruckt. Viele Grundlagen leiten sich noch immer von dieser Technik her. So zum Beispiel die Schriftgröße, der Buchstaben-Abstand zueinander, der Zeilenabstand und noch mehr.
Kegel
Die Letter, die den erhabenen Buchstaben trug, wurde Kegel genannt und hatte immer eine rechteckige Form, damit sie, aneinander gereiht, eine oder mehrere Zeilen bilden konnten.
Schriftgrad
Die Schriftgröße wird Schriftgrad genannt und wird in der Maßeinheit „Punkt“ gemessen (1 Punkt = 0,3528 mm).
Zeilenabstand
Jede Zeile eines Textes hat einen bestimmten Abstand zur nächsten. Er wird von Grundlinie zu Grundlinie in Punkt gemessen. Entspricht der Zeilenabstand dem des Schriftgrades, nennt man das „Kompress“. In der Regel gibt man den Zeilen aber mehr Abstand (Durchschuss). Dies dient dem besseren Aussehen des Textes beziehungsweise einer besseren Lesbarkeit.
Laufweite
Jede Schrift weist bestimmte Abstände ihrer Buchstaben zueinander auf. Sie ergeben sich daraus, dass die Kegel der einzelnen Buchstaben mit ihren Seiten direkt aneinander stoßen. Eine Schrift läuft dann mit normaler Laufweite.
Spationierung
Zwischen den Buchstaben ist mehr Raum als bei normal laufender Schrift. Man sagt dann, der Text ist „spationiert“ oder „gesperrt“.
Unterschneidung
Das Gegenteil von „Spationierung“ oder „Sperrung“.
Kerning
Kerning nennt man die individuelle Änderung einzelner Abstände. So gut wie jedes Layout- oder Grafikprogramm erledigt dies von selbst und der Anwender muss sich darum nicht extra kümmern. Als Beispiel sind nachfolgend nur einige Beispiele angeführt: LA, P., TA, W., WA, Yo…
Initialen
Initialen nennt man den oder die ersten Buchstaben eines Absatzes. Jedes Layout-Program hat dafür spezielle Funktionen, mit denen man dieses beliebte Gestaltungselement automatisch erzeugen kann.
Registerhaltigkeit
Register halten bedeutet: genau passen. Halten Sie eine Buchseite gegen das Licht und Sie werden bemerken, dass sich die Zeilen auf der Vorderseite mit den Zeilen auf der Hinterseite decken.
Die Schrift
Schriftart
Mit Schriftart oder Schriftbild meint man einen vollständigen Zeichensatz, der in Stärke, Breite und Format übereinstimmt, wie zum Beispiel die Helvetica oder die Times.
Schriftfamilie
Unter dem Begriff Schriftfamilie versteht man die Sammlung von Schriften mit gleichem Erscheinungsbild, zum Beispiel bei der Stone die StoneSans oder StoneSerif.
Schriftschnitt
Ein Schriftschnitt bezeichnet die Variante einer Schriftart, zum Beispiel:
Normal, Regular, Roman oder Book
Fett oder Bold
Kursiv oder Italic
Fett-Kursiv oder Bold-Italic
Fast alle Programme bieten die Möglichkeit, jede Schrift fett oder kursiv zu stellen. Selbst dann, wenn dieser Schriftschnitt gar nicht am Computer vorhanden ist. Aus verschiedenen Gründen (Textfluss kann sich beim Belichten ändern, fehlerhafte Belichtung usw.) sollten Sie diese Methode nicht anwenden. Verwenden Sie lieber die Original-Schriftschnitte – sie sehen auch noch wesentlich besser aus als die vom Computer generierten!
Der Absatz
Absatzabstände
Eine deutliche Gliederung des Textes kann man mit Absatzabständen erreichen. Dies ist möglich mit entsprechend vergrößerten Zeilenabständen, aber auch mit Einfügen einer Leerzeile.
Schusterjungen und Hurenkinder
Damit bezeichnet man die ersten und letzten Zeilen eines Absatzes an einer bestimmten Stelle auf der Seite.
Schusterjunge:
Die erste Zeile eines Absatzes steht als letzte Zeile auf der Seite.
Hurenkinder:
Die letzte Zeile eines Absatzes steht als erste Zeile auf der Seite – ein besonders schwerer Umbruchfehler.

In aktuellen Layout-Programmen werden diese Fachbezeichnungen, die noch aus der Zeit des Bleisatzes stammen, nicht mehr verwendet. Stattdessen finden Sie zum Beispiel in Adobe Indesign die Einstellungsmöglichkeit „Zeilen zusammenhalten“ – am Anfang oder am Ende eines Absatzes.
Textausrichtung
Die Textausrichtung wird als wesentliches Gestaltungselement verwendet. Im Grunde haben wir drei Möglichkeiten zur Verfügung: Linksbündiger Flattersatz– die Zeilen sind links bündig und enden rechts flatternd, je nachdem wie lange die Zeile eben ist. Rechtsbündiger Flattersatz – erscheint umgekehrt: links flatternd und rechts bündig.
Zentrierter Satz flattert auf beiden Seiten. Blocksatz – jede Zeile, außer die letzte Zeile eines Absatzes, ist gleich lang. Der Blocksatz ist gut geeignet für lange Texte, die in einem gelesen werden sollen. Wie entsteht Blocksatz? Ganz einfach, die Abstände zwischen den Wörtern variieren, sodass jede Zeile gleich lang wird. Vorsicht ist geboten bei kurzen Zeilen, da dann zwischen den Buchstaben relativ große Löcher entstehen können.
Zum Blocksatz gehört noch der erzwungene Blocksatz – erkennbar nur am Aussehen seiner letzten Zeile: Sie wird kompromisslos auf die gesamte Breite des Satzspiegels spationiert.
Einzüge
Innerhalb des Satzspiegels können eine oder mehrere Zeilen nach innen gerückt werden – links und/oder rechts. Dabei wird entweder der ganze Absatz oder nur die erste Zeile des Absatzes eingezogen.
Formsatz
Wird ein Objekt vom Text umflossen, so spricht man vom Formsatz. Weil bei zusätzlicher Verwendung von Blocksatz ein unharmonischer Textfluss entstehen kann, muss man teilweise die in Frage kommenden Wörter von Hand trennen.
Tabulatoren
Wenn Sie eine Tabelle schreiben müssen, verwenden Sie bitte unbedingt zwischen den Rubriken immer feste Abstände. Verwenden Sie dafür niemals (wirklich niemals) hunderte von Leerzeichen – Sie würden sich mit dieser Leerzeichen-Methode auch hunderte Probleme einhandeln!
Farben
Im professionellen Offset-Druckverfahren findet das so genannte isometrische Raster Verwendung, darum soll hier darauf näher eingegangen werden. Die Rasterpunkte stehen stets in gleichem Abstand zueinander – auch bei farbigen Bildern. In Farbbildern sind meistens unendlich viele Farben vorhanden, die natürlich keine Druckmaschine dieser Welt zur Verfügung hat. Aus diesem Grund werden aus bestimmten Grundfarben all die anderen beim Druckvorgang simuliert. Bei diesen Grundfarben handelt es sich um:
C – Cyan (ein kaltes Blau)
M – Magenta (ein Purpurton)
Y – Yellow (Gelb)
K – blacK (Schwarz)
Separation
Damit ein Bild mit seinen beinahe unendlich vielen Farben in diesen vier Druckfarben gedruckt werden kann, muss es separiert werden. Dabei werden alle in den CMYK-Farben nicht vorkommenden Farben in Mischfarben umgerechnet. Jedes Layout-Programm ist in der Lage, Farben zu separieren. Dabei bekommt jede Farbe einen Rasterwinkel zugewiesen, der von dem der drei anderen Farben abweicht, damit sich nicht überall alle Druckpunkte überlagern.
Cyan – 15°
Magenta - 75°
Yellow – 90°
BlacK – 45°
Sonderfarben
Sonderfarben werden anders als beim Vierfarb-(4-c)-Druck nicht beim Druckvorgang erzeugt, sondern bereits vor dem Drucken. Die spezielle Sonderfarbe wird vor dem Druckvorgang hergestellt und fertig der Druckmaschine zugeführt. Es gibt Farben, die sich im CMYK-Modus nicht darstellen lassen, dazu gehören unter anderem Gold, Silber, Leuchtorange, Giftgrün usw.
Aber auch dann, wenn eine Darstellung in 4c möglich wäre, wird oft mit Sonderfarben gedruckt, das kann verschiedene Gründe haben.
Am Beispiel eines Briefbogens soll das Firmenlogo in Grün (100 Prozent Cyan, 100 Prozent Yellow) gedruckt werden, dazu der restliche Text in Schwarz. Das wären also drei Farben (Cyan, Yellow und Schwarz). Kostengünstiger kann es aber sein, das Grün als Sonderfarbe und Schwarz als zweite Farbe zu drucken. Darüber hinaus werden feine Elemente, Linien oder kleine Texte wesentlich sauberer gedruckt, da es praktisch kaum möglich ist, zwei Farben wirklich zu 100 Prozent genau übereinander zu drucken.
Farbdruck
Gewöhnlich werden beim Farbdruck lasierende (durchscheinende) Druckfarben verwendet. Wurden in einem Dokument zwei Farbflächen übereinander gelegt, muss die untere ausgespart werden, damit keine Mischfarbe entsteht.
Aussparung
Folgendes Beispiel soll die Aussparung verdeutlichen: Auf einer gelben Fläche soll der Text in Cyan gedruckt werden. Übereinander gedruckt wäre ein sattes Grün für den Text das Ergebnis. Da dies keinesfalls erwünscht wäre, muss die untere Fläche an diesen Stellen ausgespart werden.
Registerhaltigkeit oder Passgenauigkeit
Werden mehrfarbige Seiten gedruckt, müssen die einzelnen Farben genau aufeinander passen. Leider hat Papier die Eigenheit, sich bei Aufnahme von feuchten Farben minimal auszudehnen und dadurch besteht die Gefahr, dass die Farben nicht ganz genau zueinander passen – sie halten nicht Register. Man nennt das auch Passerschwierigkeiten.
Blitzer
Blitzer entstehen dort, wo Farben nicht genau Register halten, das heißt, unbedrucktes weißes Papier wird dort sichtbar, wo zwei Farben verschoben sind.
Überfüllung
Da sich diese leichte Verschiebung um Bruchteile von Millimetern technisch nicht vermeiden lässt, werden die Elemente zueinander überfüllt.
Überdrucken
Die unten liegende Fläche wird nicht ausgespart. Würde Text in einem kleinen Schriftgrad ausgespart werden, entstünden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Passerschwierigkeiten – das Ergebnis wäre ein unscharfes Schriftbild. In jedem Layout-Programm lautet die Standardeinstellung für schwarzen Text „Überdrucken“.
Passmarken
Damit beim Druckvorgang genau beurteilt werden kann, ob die Farben exakt übereinander passen, werden so genannte Passmarken in jeder Farbe an dieselbe Stelle gedruckt. Stellt sich dann beim Andruck heraus, dass die Passmarke nicht satt schwarz gedruckt wird und dafür beispielsweise Cyan sichtbar wird, bedeutet das, dass diese Farbe nicht Register hält. Dann muss an der Druckmaschine nachjustiert werden.
Beschnittzeichen
Oft ist die Seitengröße eines Dokuments kleiner als das verwendete Papierformat. Daher müssen die Ränder der Seite mit so genannten Beschnittzeichen gekennzeichnet werden. Diese Beschnittzeichen müssen Sie nicht selbst setzen. Layout-Programme erledigen dies bequem für Sie.
Anschnitt
Das Schneiden der Bögen wird immer in Stapeln gleich bedruckter Bögen übereinander erledigt. Leider können sich auch hier nur allzu leicht kleine Ungenauigkeiten einschleichen: Der geplante Seitenrand wird nicht immer exakt getroffen. Daher legt man ein Element, das bis zum Seitenrand gedruckt werden soll, immer ein wenig über den Seitenrand hinaus, damit auch nach einem unsauberen Schnitt das Element noch komplett auf der Seite steht.
Beschnittzugabe
Dieses Hinauslegen über den Seitenrand nennt man „Beschnittzugabe“. Für diese Beschnittzugabe gibt es in keinem Programm eine Automatik, Sie müssen darauf selbst achten. Geben Sie eine Beschnittzugabe von mindestens 2 mm.
Systemspezifische Probleme
In manchen Fällen müssen für die Satzgestaltung Zeichen oder Zeichenkombinationen eingetippt werden, die Sie auf der Tastatur nicht erkennen können und die für die meisten gebräuchlichen Programme unterschiedlich sind.
- harter Trennstrich: ein Trennstrich der im-mer sicht-bar bleibt;
- bedingter oder weicher Trennstrich: er ist nur am Wortende bei allfälligen Trennungen zu sehen, im normal laufenden Text unsichtbar;
- geschützter Bindestrich: Der Begriff „Flyer-Profi“ soll zum Beispiel nicht am Bindestrich getrennt werden;
- geschütztes Leerzeichen: Sollten gewisse Wortkombinationen wie „New York“ oder Bemaßungen wie „8 cm“ nicht getrennt werden

