Gestaltung
Textgestaltung | Stilvorlagen | Musterseite | Seitennummerierung, Paginierung | Hilfslinien
Ansprechend und zweckmäßig
Eine ansprechende Gestaltung Ihrer Drucksorten ist immens wichtig. Zum Großteil hängt es nämlich genau davon ab, ob Ihr gedrucktes Werk ein Erfolg wird oder nicht bzw. ob Ihr Auftraggeber zufrieden ist oder nicht.
TEXTGESTALTUNG
Wenden wir uns gleich der Schrift zu: Vielleicht haben Sie sich auch schon oft gewundert, dass Sie bereits nach ein paar Seiten ermüden und Kopfschmerzen bekommen, wenn Sie ein Buch lesen möchten. Warum ist das so? Die Antwort ist ganz einfach: Schlechte Gestaltung!
Die Schriftgröße steht in einem schlechten Verhältnis zur Zeilenlänge bzw. zu viel oder zu wenig Zeilenabstand (Durchschuss). Möglicherweise verschlechtert auch eine „exotische“ Schrift die Lesbarkeit.
Wählen Sie für die „Grundschrift“ eine gut lesbare Schrift wie es z. B. die „Times“ ist oder die „Helvetica“ bzw. „Arial“ oder eine andere Schriftart mit einem klaren Schriftbild. Keinesfalls dürfen Sie für die Grundschrift eine verschnörkelte Schrift verwenden. Diesen Text würde kaum jemand lesen!
Die Ausrichtung der Grundschrift sollte immer „Blocksatz“ oder „Linksbündig“ sein. „Mittelachse“ oder „Rechtsbündig“ sieht (bei einem längeren Text) hässlich aus und ist unbedingt zu vermeiden.
Kommen wir nun zur Schriftgröße, auch diese ist ein wichtiges Gestaltungselement. Viele meinen, je größer eine Schrift gedruckt wird, desto besser kann man sie lesen. Das stimmt nicht immer! Wichtig ist vor allem ein ausgewogenes Verhältnis von Schriftgröße und Zeilenabstand. Außerdem entstehen bei zu groß gewählter Schriftgröße in Verbindung mit Blocksatz unschöne Lücken durch zu große Wortabstände. Bilden sich diese Lücken über mehrere Zeilen, werden sie “Setzergasse” genannt. Ein gutes Schriftbild ergibt zum Beispiel folgende Einstellung:
Schriftart: Times oder Helvetica bzw. Arial
Schriftgröße: 10 Punkt
Zeilenabstand: 12 bis 14 Punkt
Ausrichtung: Blocksatz
Noch etwas: Nichts ist hässlicher als zu viele und zu viele verschiedene Hervorhebungen (Auszeichnungen) im Text. Auch hier gilt: „Weniger ist mehr!“ Verwenden Sie dafür entweder „Kursiv“-Schrift oder „Fett“-Schrift. Unterstreichungen vermeiden Sie besser, da diese „unprofessionell“ aussehen.
Als nächstes behandeln wir die Titelschrift. Hier können Sie bereits etwas kreativer sein und durchaus eine etwas ausgefallenere Schrift verwenden, je nach Art der Drucksorte (für einen Beipackzettel wäre eine „flippige“ Titelschrift vielleicht nicht so eine gute Wahl!).
Die Größe der Überschriften – zum Beispiel bei einer Zeitung – kann durchaus doppelt so groß sein wie die Grundschrift, vielleicht sogar noch größer. Auch die Ausrichtung des Titels muss nicht unbedingt immer auf „Mittelachse“ sein. Hier ist Ihre Kreativität gefragt.
Für die meisten Drucksorten benötigen Sie noch Zwischentitel und Bildunterschriften. Ein Vorschlag wäre zum Beispiel für die Zwischentitel die Einstellung „Grundschrift fett“ bzw. für Bildunterschriften die Einstellung „Grundschrift kursiv“.
Farben
Im nächsten Schritt definieren Sie die Farben. Zur Erinnerung: Anfangs haben wir bereits festgelegt, dass wir unseren Flyer in Farbe drucken lassen möchten. Darum müssen wir die Farben als CMYK-Farben definieren. Zum Beispiel für den Hintergrund eine Farbfläche bestehend aus C0/M5/Y20/K0. Das bedeutet eine Farbe, bestehend aus 5 Prozent Magenta und 20 Prozent Yellow. Als Farbe für die Überschriften definieren wir ein kräftiges Rot, und zwar C10/M100/Y100/K0.
Stilvorlagen
Jetzt sollten Sie sich für jede Schriftart eine Stilvorlage abspeichern, um mit einer selbst gewählten Tastenkombination dem markierten Text das entsprechende Attribut zuweisen zu können. Sie ersparen sich dabei viel Tipparbeit und nebenbei können Sie dabei ganz einfach Ihre Seiten einheitlich gestalten – das wirkt professioneller!
Tabellensatz
Immer wieder sieht man, dass viele Anwender Unmengen von Leerzeichen setzen, anstatt einmal einen Tabulator zu setzen. Vermeiden Sie unbedingt diesen Fehler schon bei der Texterfassung! Sollten nämlich auch nur kleine Änderungen oder Korrekturen nötig sein, ist unter Umständen viel Arbeit zunichte gemacht, denn dann müssen Sie in mühseliger Handarbeit die Tabulatoren neu setzen. Leerzeichen sind dafür nicht vorgesehen!
Inserate
Viele Druckerzeugnisse werden durch Werbeeinschaltungen finanziert. Sie müssen bedenken, dass bereits unser Beispiel-Flyer mit nur sechs Seiten bereits einiges an Kosten verursacht – je nachdem welches Papier verwendet wird und wie hoch die Auflage ist. Um die Werbekunden bei Laune zu halten muss auch das Inserat ansprechend gestaltet und platziert werden. Vermeiden Sie so genannte „Inseratenfriedhöfe“ und platzieren Sie die Einschaltungen so, dass sie einerseits werbewirksam sind und andererseits Ihr Layout nicht zu sehr stören.
DER UMBRUCH (Zeitungen und Zeitschriften)
Seiten in Form bringen
Sie haben jetzt alles geklärt und können anschließend gleich die Seiten gestalten. Das nennt man den „Umbruch“. Früher waren für diesen Bereich speziell ausgebildete Setzer, „Metteure“ genannt, verantwortlich. Heute erledigen Sie auch diesen Job selbst.
Musterseite und Seitennummerierung (Paginierung)
Welches Layout-Programm Sie auch immer bevorzugen, als hilfreich erweist sich so gut wie immer die Erstellung einer Musterseite. In einer solchen Musterseite können Sie immer wiederkehrende Elemente (Linien zwischen den Spalten, Rasterflächen, Kapitelüberschriften…) definieren, die automatische Seitennummerierung festlegen. Auch das wird Ihnen eine Menge Zeit ersparen.
Beim Umbruch achten Sie nach Möglichkeit darauf, dass Sie das Dokument in einzelne Elemente aufteilen können, zum Beispiel kapitelweise Textrahmen-Verkettungen, dazwischen Bilder und Grafiken. Nichts ist schlimmer als eine Textrahmen-Verkettung vom Anfang eines Dokumentes bis zum Ende. Als Draufgabe vielleicht noch Bilder, die vom Text umflossen werden. Wenn der Auftraggeber dann noch Änderungswünsche hat, ist es besser, Sie fangen gleich wieder von vorne mit der Arbeit an…
Hilfslinien
Als hilfreich für die Gestaltung erweisen sich immer wieder die so genannten Hilfslinien. Das sind die Linien, die nur in Ihrem Dokument sichtbar sind und nicht mitgedruckt werden. Mit diesen Hilfslinien, die Sie ganz einfach aus dem Seitenlineal von oben oder von links ziehen, wird es Ihnen noch leichter fallen, eine einheitliche Gestaltung Ihrer Drucksorte zu bewerkstelligen. Achten Sie nach Möglichkeit darauf, dass die Textspalten immer gleich hoch und gleich breit sind. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Einbau von Bildern und Grafiken
Auch hier gilt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Text und Bild herzustellen. Die Möglichkeiten und Anforderungen sind allerdings zu vielfältig und zu verschieden, um hier genauer darauf einzugehen.
Ziehen Sie einen Bildrahmen auf und fügen Sie jetzt das Bild ein. Sie haben das Bild vorher mit einer Auflösung von mindestens 300 dpi abgespeichert. Wählen Sie sich einen passenden Bildausschnitt aus und beachten Sie bitte, dass Sie den Bildinhalt keinesfalls über 150 Prozent vergrößern. 150 Prozent bei 300 dpi entspricht einer tatsächlichen Auflösung von 200 dpi – das soll das absolute Minimum sein!